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Was Du als Wanderanfänger wissen musst – und was nicht.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Langweiler empfängt mich, hier beginnt meine Tour der Leiden (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Du möchtest gerne raus. Deine Freunde gehen fast alle wandern. Du möchtest gerne mit, aber weißt nicht, was Du Dir zutrauen kannst? Ich habe im Folgenden ein paar Tipps für Wanderanfänger zusammengestellt, die Dir dabei helfen sollen, den richtigen Einstieg zu finden, damit das Wandern Spaß macht und Du nicht gefrustet nach Hause kommst.

Überfordere Dich nicht!

Fange klein an. Wähle eine kurze Strecke. Sicher hast Du doch die eine oder andere Erfahrung. Du läufst doch ab und zu zu Fuß. Trau Dich. Im Netz findest Du zu fast jeder Wanderstrecke nützliche Informationen. Nutze diese Quellen. Und: Suche Dir markierte Wanderwege aus. Dann brauchst Du keine Karte. Auf Smartphone-Apps mit Kartenmaterial, auch solche, die sich speziell an Wanderer richten, ist nicht immer Verlass, vor allem, wenn Du unterwegs keinen Handy-Empfang hast.

Sicher findest Du Leute, die Dich mal mitnehmen. Oder tue Dich mit Freunden/-innen zusammen. Aber sage ihnen ruhig, dass Du Dich nicht übernehmen willst. Wenn Du gar keine Vorstellung davon hast, wie viel Du am Anfang schaffen kannst, aber Dich einigermaßen fit fühlst, dann fang mit Strecken an, die so um die sechs bis acht Kilometer lang sind und wenig oder gar keine Steigung aufweisen. Dann kriegst Du auch schnell ein Gefühl dafür, wie Du weitermachen kannst.

Gehe es gemütlich an. Überfordere Dich nicht. Renne also nicht los! Gehe gemütlich. Die sportlichen Varianten kannst Du Dir für später aufheben. Bergtouren, Wandermarathons und 24-Stunden-Wanderungen sind tolle Herausforderungen, aber müssen nicht gleich zu Anfang sein. Aber Du kannst Dein Pensum von mal zu mal steigern. Auch ein Marathonläufer fängt mit kleinen Strecken an.

Tipps zur Ausrüstung für Wanderanfänger!

Es muss nicht gleich die komplette Funktionsbekleidung sein. Weniger ist mehr. Du musst also nicht vor Deiner ersten Wandertour in den Outdoorladen und Dich komplett einkleiden. Wenn Du erst einmal ein paar mal unterwegs warst und vielleicht eine feste Truppe gefunden hast, wirst Du schon merken, was Du an Funktionskleidung brauchst.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Gleichma' packen: Noch herrscht ein klein wenig Chaos.

Weniger ist oft mehr. Du brauchst nicht gleich eine ganze Outdoorausrüstung, wenn Du mit dem Wandern anfängst. (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wenn Du am Anfang Deiner Wandererkarriere stehst, brauchst Du eigentlich kaum mehr, als das was auf dem Foto abgebildet ist. Also ein paar Wanderschuhe und ein paar vernünftige Wandersocken. Und für schlechtes Wetter eventuell noch Funktionsbekleidung. Wenn Du mit kurzen Strecken anfängst, brauchst Du nicht mal das. Nimm Dir etwas Trinkbares mit. Ein geübter Wanderer kann mehrere Stunden ohne Wasser oder Nahrungsmittel unterwegs sein. Aber Du sollst erst einmal herausfinden, was geht und was nicht. Nimm also einen leichten Rucksack, packe was zu trinken und ein klein wenig zu essen ein. Falls Du gerne fotografierst, dann natürlich auch einen Fotoapparat.

Dein Smartphone hast Du vermutlich eh dabei. Solltest Du Dich mal auf Strecken weit draußen außerhalb der Stadt begeben, so musst Du allerdings damit rechnen, nicht überhalb Handy-Empfang zu haben. Bei längeren Strecken ist auch ein Ersatz-Akku oder eine Powerbank nützlich, denn wenn Du in Bereichen unterwegs bist, in denen kein Handy-Empfang möglich ist, wird Dein Akku schneller leer, weil das Handy ständig nach einem Netz sucht.

Matsch as Matsch can – reichlich nasse Tour im Hohen Venn mit meinen Lowa-Bergschuhen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Matsch as Matsch can – reichlich nasse Tour im Hohen Venn mit meinen Wanderstiefeln (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Welche Bekleidung ist die richtige?

(Fast) alles geht. Du kannst mit ganz normaler legerer Straßenkleidung Deine ersten Touren machen. Du brauchst auch keine teuren Wanderschuhe, Sneakers oder Sportschuhe (so hießen die Dinger früher) tun es auch. Sie sollten allerdings nicht gerade neu sein, sondern an Deinen Füßen schon eingelaufen sein. Nimm vorsichtshalber Wechselklamotten mit, falls das Wetter unbeständig ist.

Füße, schmutzig, Wandermarathon, Sandalen

Es müssen nicht immer die teuren Sportschuhe sein. Den Wandermarathon auf dem Saar-Hunsrück-Steig habe ich in Sandalen hinter mich gebracht (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Worauf Du allerdings achten solltest: Die richtigen Socken sind wichtig. Aber auch die musst Du nicht kaufen. Um Blasen an den Füßen zu vermeiden, versuche es am Anfang mit folgender Methode, die ich früher auch immer angewendet habe. Ziehe zwei Paar Socken übereinander. Zuerst über den Fuß ein paar dünne Baumwollsocken, darüber ein weiteres Paar, das ebenfalls dünn und aus Baumwolle sein kann, aber gerne auch ein bisschen dicker. Der Witz bei der Sache: Die Reibung zwischen Schuhinnerem und Fuß (denn dadurch entstehen die Blasen) wird zwischen den beiden Sockenlagen aufgefangen und weitgehend neutralisiert.

Ich höre immer wieder, man solle gerade bei längeren Strecken keine frischen Socken anziehen, sondern solche, die schon zwei oder drei Tage getragen sind. Ich weiß nicht, wer sowas in die Welt setzt. Aber in Socken, in denen Du schon länger gelaufen bist, kristallisiert Dein Fußschweiß und verhärtet die Fasern. Blasen sind so vorprogrammiert.

Ein ganz besonderer Tipp, den auch Wanderanfänger umsetzen können!

Ganz besondere Erlebnisse, von denen Du noch lange zehrst, wirst Du haben, wenn Du Deinen inneren Schweinehund überwindest und morgens noch vor Sonnenaufgang draußen bist.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Morgens um 6 ist auch die Welt des Wanderbloggers noch in Ordnung (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Morgens um 6 ist auch die Welt des Wanderbloggers noch in Ordnung (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Diese und ein paar weitere Tipps, die Dir helfen können, wenn Du als Wanderer noch wenig Erfahrung hast, habe ich für die Website von HRS Holydays zusammengestellt und Du findest Sie hier: http://bit.ly/1UuFujS. Dort findest du auch Infos darüber, was Du beachten solltest, wenn Du mal größere Touren, etwa in den Bergen, in Angriff nehmen willst.

Und falls Du mal Rat brauchst, nimm ruhig Kontakt zu mir auf. Das geht am schnellstens über das Kontaktformular.

 

6 Kommentare

  1. Lieber Hans Joachim,
    ein sehr schöner Artikel. Den hättest Du gerne auch schon vor zwei oder drei Jahren schreiben dürfen … … ich habe für mich festgestellt, dass ich immer einen Schokoriegel dabei haben sollte, damit ich zwischendurch etwas zum Aufladen habe. Bei Wanderungen bis 8-9 km habe ich allerdings meistens nix dabei.
    Als Wander-App kann ich übrigens die von Komoot empfehlen. Hier kann man sich das Kartenmaterial vorher runterladen und dann funktioniert das ganze auch, wenn kein Handy-Empfang ist.
    Viele Grüße
    Martina

    • Liebe Martina, danke für das Kompliment. Ja, ich hätte den Artikel schon viel früher schreiben können, aber ich habe eigentlich immer den Kopf geschüttelt, wenn ich auf den verschiedenen sozialen Kanälen, vor allem bei Blogs, Überschriften gelesen habe: Was Du als Wanderanfänger beachten solltest. Ich dachte immer, das sei doch gar nicht so kompliziert. Einfach losgehen und Erfahrungen sammeln. Aber jetzt habe ich in den letzten Tagen in der Gruppe Megamarsch-Köln (FB) soviele Fragen gelesen: Welche Schuhe soll ich mir kaufen? Wie soll ich mit vorbereiten? Was macht denn unterwegs auf so einer langen Tour?, dass ich dachte, hoppla, da besteht doch Informationsbedarf. Wobei ich über die letztere Frage doch schmunzeln musste. Ich bin früher meist ohne Verpflegung losgezogen. Bei kurzen Strecken bis 12 km mache ich es genau wie Du. Schokoriegel funktioniert bei mir nicht, da ich mit dem Schokoriegel oft den Körper auf Zucker einschieße. Dann will er mehr und dann kommt es zu Unterzuckerreaktion. Dann lieber was Handfestes. Mit dem Trinken bin ich klüger geworden. Ich habe früher im Sommer auch nix zu trinken mitgenommen. An warmen Tagen führte das dazu, dass ich nach der Tour oft einen Schädel hatte, der sich anfühlte, als sei er nur noch mit Blei gefüllt. Also Trinken ist auf jeden Fall wichtig. Eine Frage zu Komoot: Wie stark beansprucht es den Akku? Ich habe verschiedene Wanderapps ausprobiert und festgestellt, dass sie alle bei meinem iPhone innerhalb von zwei Stunden den Akku leersaugen. Dann habe ich mir eine Powerbank gekauft, die große Reserven bietet, aber die ist so schwer, dass ich sie immer zu Hause lasse. Schöne Grüße und viele schöne Touren im neuen Jahr, Joachim

      • Ja, mit dem Trinken bin ich auch schlauer geworden und habe meistens etwas dabei!
        Wenn Du vor einer Wanderung die Tour bei Komoot planst und das Kartenmaterial entsprechend runter lädst, dann hält das iPhone ca. 25 km bei mir, auch mit nicht sprachlicher Wegankündigung. Wenn man die Sprachankündigung anschaltet, dann ist der Akku auch sehr schnell leer. Aber man kann ja auf’s Handy schauen und muss sich nicht bequasseln lassen. Ich habe auf größeren Wanderungen auch eine Powerbank dabei, aber eine kleine. Ich habe sie noch nie gebraucht. Ich komme gut mit der App zurecht.
        Vielleicht können wir ja mal gemeinsam eine Wanderung machen, wenn Du Zeit, Lust und keine Angst vor großen Hunden hast.
        LG
        Martina

  2. Schöner Beitrag! Ähnlich habe ich auch mit dem Wandern, ganz intuitiv.
    Den Tipp mit den Socken werde ich bei der nächsten Tour sicher beherzigen. ☺ Danke dafür!
    Viele Grüße, Anna Karina von wanderanna

    • Liebe Anna, erst mal ganz herzlichen Dank für Deinen netten Kommentar. Hab mir gerade mal Deinen Blog angeschaut. Gelacht habe ich über die Art, wie Du Dich vorstellst: Ich bin Anna Karina und habe eines Tages entschieden, wandern zu gehen. Gemeinsam mit zwei lieben Menschen, schalteten wir den Fernseher aus, packten belegte Brote und Getränke ein und suchten uns eine Tour. Das ist schlicht und einfach schön. Bewahre Dir das. Liebe Grüße, Joachim

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