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Wandern auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Das Rot des Klatschmohns bestimmt das Bild auf dem folgenden Wegstück (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wandern auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig, das bedeutet: aus dem Brohltal durch die Wolfsschlucht hinaus auf die Höhen rund um Kell und dann wieder hinab in das üppige Grün der Täler und Wälder rund um Brohl

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Unter dem Viadukt des Vulkanexpress starten wir unsere Tour (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Unter dem Viadukt des Vulkanexpress starten wir unsere Tour (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Spuren einer Katastrophe

Endlich mal wieder eine Tour mit Freuden. Wir treffen uns in Tönisstein an der Gaststätte Jägerheim, die leider ihren Betrieb eingestellt hat. Unmittelbar nach dem Start stehen wir schon in den Trasshöhlen. Es ist ein Blick in 11000 Jahre Erdgeschichte, erdgeschichtlich eine relativ kurze Zeitspanne, die aber im Brohltal ganz entscheidende Spuren hinterlassen hat.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Höhlen faszinieren die Menschheit schon von Anbeginn an (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Höhlen faszinieren die Menschheit schon von Anbeginn an (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Damals kam es zur letzten großen Vulkaneruption des Lacher See-Vulkans. Die seinerzeit in die Luft geblasene Eruptionswolke aus Wasser, Asche, wurde nicht hoch hinaus in die Luft geschleudert, sondern raste wie wie eine gigantische Flutwelle das Glees- und das Brohltal hinab. Sie erstickte alles Leben mit einer teilweise bis zu 60 Meter hohen Schicht. Dieses weiche Gestein entdeckten schon die Römer als Baustoff, der aber auch noch bis ins 20 Jahrhundert abgebaut wurde.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Kein Gespenst – nur der Autor (etwas unterbelichtet) (Foto: Norbert Schneider)

Kein Gespenst – nur der Autor (etwas unterbelichtet) (Foto: Norbert Schneider)

Die Trasshöhlen sind alleine schon einen Besuch wert. Mit den anschaulichen Erklärungen durch einen begleitenden Geologen oder Geographen werden sie zu einem spannenden Abenteuer.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Im weichen Trass haben sich viele verewigt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Im weichen Trass haben sich viele verewigt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Und über uns der Vulkanexpress

Die Traumpfad-Markierung führt uns ein weiteres Mal unter dem Viadukt der Brohltalbahn hindurch, die bis vor wenigen Jahrzehnten die Abbauprodukte der vulkanischen Tätigkeit in den Rheinhafen bei Brohl transportiert hat. Heute verkehrt hier noch zur Freude von Eisenbahn-Enthusiasten der unter Dampf fahrende Vulkanexpress.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Die Brohltalbahn hat hier in Tönisstein am Jägerheim einen Haltepunkt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Die Brohltalbahn hat hier in Tönisstein am Jägerheim einen Haltepunkt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wir queren die Straße. Es geht jetzt kurz in den Wald hinein, dort gabelt sich der Weg, Wir halten uns links. Nach kurzer Zeit stehen wir wieder an einer Straße, gehen rechts weiter bergan bis zum Seniorenheim Tönisstein. Hinter dem Heim dann wieder links. Hier wurde ein wening nachgeholfen, um einen weiteren schönen Aufschluss freizulegen; mit leicht verständlichen Erklärungen bringt er uns anhand der freigelegten Schichten noch einmal die Katastrophe nahe.

Im wuchernden Grün die Ruinen eines alten Klosters

Weiter geht es durch den Wald. Links im üppigen Grün versteckt sich die Ruine des alten Klosters Antoniusruh. An der Weggabelung ein paar Minuten später, geht es nach links. Und schon wieder stehen wir an einer Straße. Aber diesmal geht es nicht darüber hinweg, sondern direkt wieder rechts auf einen Pfad hinein in die Wolfsschlucht.

Grüner Dschungel in der Wolfsschlucht

Der Name ist kein leeres Versprechen, auch wenn es keine Wölfe sind, die uns hier überraschen. Wieder ist es die Geologie des Tals, die den Wanderer für sich einnimmt. In der Schlucht hat sich der Tönissteiner Bach tief in das weiche Erdreich eingegraben.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Fast senkrecht hat sich der Tönissteiner Bach in den weichen Trassboden eingegraben und so die Wolfsschlucht entstehen lassen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Fast senkrecht hat sich der Tönissteiner Bach in den weichen Trassboden eingegraben und so die Wolfsschlucht entstehen lassen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

An den bis zu zwanzig Meter hohen Trasswänden kann man sehr schön die Schichtenfolge der vulkanischen Ablagerungen verfolgen. Da der Trass nicht sehr widerständig ist, wurde hier kein V-Tal ausgekerbt, sondern der Bach hat sich fast senkrecht eingeschnitten. Nur am Fuß der Wand, wo der Trass auf älteren und härteren Gesteinsschichten aufsitzt, hat das Wasser die Muse gehabt, sich auch etwas in der Breite auszudehnen.

Nur im unteren Bereich, wo er auf eine härtere Grundschicht stieß, hatte er die Möglichkeit, sein Bett auch in der Breite auszudehnen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Nur im unteren Bereich, wo er auf eine härtere Grundschicht stieß, hatte der Bach die Möglichkeit, sein Bett auch in der Breite auszudehnen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Gruseliges am Wegesrand des Traumpfades

Links am Wegrand haben Erosion und vielleicht auch die heftigen Regenfälle der vergangenen Wochen die Wurzeln der auf der Hangkante stehenden Buchen freigelegt. Das ergibt faszinierend schaurige Bilder, die direkt aus einem der Herr-der-Ringe-Filme entsprungen sein könnten.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Freigelegtes Wurzelwerk zeichnet geheimnisvolle Hieroglyphen in den Grund (Foto: Hans-Joachim Schneder)

Freigelegtes Wurzelwerk zeichnet geheimnisvolle Hieroglyphen in den Grund (Foto: Hans-Joachim Schneder)

Am Ende der Schlucht dann abermals ein Highlight. Hier stürzte ein schmaler Wasserfall ca. fünf Meter über die Hangkante hinunter in den Bach.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Spektakulärer Schluss der Wolfsschluch: ein Wasserfall (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Spektakulärer Schluss der Wolfsschluch: ein Wasserfall (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Auf schmalem Steig geht es ein Stück bergan. Wieder stehen Sie an einer Straße. Diesmal geht es aber wieder hinüber, auf der gegenüberliegenden Seite wieder in den Wald hinein. Der Weg führt parallel zum Kreissträßchen durch den Wald, bald durch eine kleine Siedlung, die aus vier, fünf Häusern besteht; gleich danach geht es wieder in den Wald hinein. Dann am Waldrand ein Schwenk nach links – rechts vom Weg die erste von zwei eisenhaltigen Mineralquellen.

Kleine Menschen, großartige Natur

Zwischen Waldrand und Wiese steigt der Weg leicht bergan. Ein kleiner Bach fließt durch das sanfte Wiesental, versteckt zwischen den üppig sprießenden Gräsern. Unmittelbar nach der zweiten Quelle, deren Wasser den Quellgrund nicht nur in ein leichtes Rostrot färbt, sondern auch noch leicht nach Schwefel riecht, geht es in einem scharfen Bogen nach links, nun in einem etwas deutlicheren Anstieg.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Nach der Enge der Wolfsschlucht geht es hinaus in die Weite der Wiesen und Felder (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Nach der Enge der Wolfsschlucht geht es hinaus in die Weite der Wiesen und Felder (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wieder geht es in ein Waldstück, der Weg schlängelt sich bergan. In der Wolfsschlucht bestand das fast dschungelartige Grün aus einer Vielzahl von Busch- und Baumarten. Hier aber handelt es sich wieder um einen relativ jungen Buchenwald, weshalb genügend Licht nach unten durchdringt, sodass am Boden noch ein grüner Teppich aus Waldgras wachsen kann.

Befreit schweift der Blick über die weite Hochfläche

Und dann plötzlich stehen wir auf der offenen Hochfläche, die weithin in den goldenen Farbtönen von Weizen- und Gerstefeldern leuchtet. Hier und da leuchtet das intensive Rot des Klatschmohns. Je höher wir kommen, umso weiter schweift der Blick. Wenn ich mich umdrehe, erkenne ich am Horizont das Siebengebirge. Schließlich erreichen wir den Parkplatz Bergehof, einer der offiziellen Startpunkte dieses Traumpfades. Hier geht es zwei, dreihundert Meter neben der K57 entlang, dann links über selbige hinweg und nun langsam bergab immer noch begleitet durch die im warmen Frühlingswind wogenden Getreidefelder.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Das Rot des Klatschmohns bestimmt das Bild auf dem folgenden Wegstück (Foto: Norbert Schneider)

Das Rot des Klatschmohns bestimmt das Bild auf dem folgenden Wegstück (Foto: Norbert Schneider)

im Tal macht der Weg einen scharfen Schwenk nach links, läuft jetzt direkt in Richtung Kell, das hier oben auf der Höhe liegt. An der nächsten Weggabelung heißt es dann im spitzen Winkel nach rechts abbiegen, jetzt also wieder Richtung Talgrund.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Da waren auch noch andere an diesem Tag unterwegs (Foto: Norbert Schneider)

Da waren auch noch andere an diesem Tag unterwegs (Foto: Norbert Schneider)

Ein weiterer Schwenk nach links, noch einer nach rechts und dann geht es durch einen grünen Tunnel im Tal weiter bis wir die wenigen Häuser an der Krayermühle erreichen. Hier neben der Straße kurz nach rechts, dann links über diese hinweg und schon verlassen wir wieder diesen etwas abseits gelegenen Flecken.

Her steht ein Bild mit dem Titel: Etwas verträumt und abseits gelegen: Kreyermühle (Foto: Norbert Schneider)

Etwas verträumt und abseits gelegen: Kreyermühle (Foto: Norbert Schneider)

Und wieder wandern wir in die Stille eines grünen Tales

Jetzt führt uns der Traumpfad wieder tief in ein Tal hinein, in die Stille der Wälder. Links fließt ein Bach, den wir schließlich auf einer Holzbrücke nach links überqueren. Auf dem folgenden Stück wird nun die Kondition ein wenig beansprucht. Im kühlen Laubwald geht es mal mehr, mal weniger steil bergan. Mitten im Anstieg stoßen wir auf einen Querweg, folgen diesem nach rechts. Es geht weiter bergan, bis wir in der Nähe des Schützenhauses den höchsten Punkt in diesem Abschnitt der Tour erreicht haben. Aber sogleich geht es auch wieder hinein in den Wald. auf dem nun folgenden Stück des Traumpfades hat es gleich mehrere spektakuläre Aussichten hinunter ins Brohltal. An einem dieser Punkte etwa schauen von unten nur die Dächer von Schloss Schweppenburg aus dem Grün des Tales hervor.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Fast nur die Dächer und Türmchen sind zu sehen von Schloss Schneppenburg (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Fast nur die Dächer und Türmchen sind zu sehen von Schloss Schweppenburg (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ein Lob auf DIN-Normen beim Wandern auf dem Traumpfad?

Bald folgt dann der Abstieg über eine ganze Reihe von Serpentinen, die dafür sorgen, dass das Gefälle einigermaßen flach ausfällt. Weniger schön sind dann die von gutmeinenden Helfern angelegten Stufen im weiteren Abstieg. Sie haben eine Schrittlänge, die den müden Wanderer dazu zwingen, entweder einen ganz langen Schritt zu machen oder zwei ganz kurze Trippelschritte. Auch wenn ich nicht unbedingt ein Anhänger von DIN-Normen ist, in diesem Fall hätte ich ihre Einhaltung sie begrüßt. Der Abstieg endet schließlich an der Straße vor dem Jägerheim, wo wir den Bus oder den Vulkanexpress Richtung Brohl nehmen können.

Wenn dich der Bericht neugierig gemacht, findest Du hier noch mehr darüber:

Über das Wandern auf dem  Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig:

www.traumpfade.info/traumpfade-rhein-mosel-eifel/rhein/hoehlen-und-schluchtensteig/

Über Traumpfade allgemein: http://www.traumpfade.info/home/

 

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Huch, das bin ja ich (Foto: Norbert Schneider)

Huch, das bin ja ich (Foto: Norbert Schneider)

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2 Kommentare

  1. Danke für den Bericht mit den schönen Bildern. Man bekommt sofort Lust zum Wandern. Muss direkt mal forschen wo dort der nächste Wohnmobil-Stellplatz liegt.

    Danke und Gruß
    Michael

    • Hallo Michael, schön, dass Dir die Tour so gut gefällt. Parkplätze gibt es etliche im Bereich der Tour, aber einen Wohnmobilstellplatz kann ich Dir nicht nennen. Aber es gibt mit Sichderheit einen in der Nähe der Wanderung. Viel Spaß beim Nachwandern. Schöne Grüße, Joachim.

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