Aktuell, Allgemein, Fachsimpeln, Ratgeber
Kommentare 10

Mit Bloggerfotos bei der VG Bildkunst Geld verdienen

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Bunte Vielfalt: der Vogelhäuschenbaum beim Hotel Weißmühle (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Aktuelle Änderungen:

Liebe Leser dieses Blogposts

Soeben (15.5.2017) erhalte ich von einer aufmerksamen Leserin (Britta von erbsenprinzessin.com) meines Posts die Nachricht, dass die darin enthaltenen Informationen scheinbar schon wieder veraltet sind. Konkret bezieht sie sich auf folgende Punkte (zitiert nach VG Bildkunst):

»Meldefristen
Mit der Meldekarte DIGITALE MEDIEN können letztmalig für die Nachausschüttung 2015 die Nutzungen Ihrer Werke in digitalen Medien im Jahr 2015 gemeldet werden.
Meldeschluss für Papiermeldungen: 31. Januar 2017
Meldeschluss für Online-Meldungen: 28. Februar«

Weiter schreibt Britta: Im Servicebereich ist die Meldekarte “digitale Medien” leider auch nicht mehr zu finden.

»Die Modernisierung dieser Verteilung wird derzeit erarbeitet. Sobald ein neues Verteilungsschema und entsprechende Meldeverfahren in Kraft gesetzt sind, werden Sie darüber informiert. Sie erhalten dann die Gelegenheit, auch das Nutzungsjahr 2016 nach diesen neuen Regelungen zu melden.«

Ich werde mich bemühen, die nötigen Informationen in den nächsten Tagen zu recherchieren und den Artikel entsprechend anzupassen. Danke für euer Verständnis.

Da ich augenblicklich nicht die Zeit habe, den Inhalt der Änderungen in diesen Beitrag einzuarbeiten, verlinke ich erst einmal auf die entsprechende Seite der VG Bildkunst, wo das ganze im entsprechenden Amtsdeutsch ausgeführt wird:

www.bildkunst.de/vg-bild-kunst/news/detailansicht/article/uebersicht-neuer-verteilungsplan.html

Wie Du Deine Bloggerfotos  bei der VG Bildkunst zu Geld machst!!!

Nun, der eine oder andere von euch wird es sich schon gedacht haben. Als ich vor ein paar Tagen hier darüber geschrieben habe, wie man als Blogger mit seinen Texten versuchen kann, ein Stück von dem (finanziellen) Kuchen abzubekommen, den die VG Wort Jahr für Jahr verteilt, lag ein zweites Thema schon in der Luft. Neben der GEMA, die ich als Erklärung dafür heranzog, was die VG Wort eigentlich ist – nämlich eine Verwertungsgesellschaft, die sich um die Rechte schreibender Urheber kümmert – und der VG Wort selbst gibt es noch eine dritte Verwertungsgesellschaft für Kreative in unserem Land: die VG Bildkunst. (Es gibt noch mehr, aber das interessiert hier nicht weiter)

In der Ehrbachklamm: Die zufälligen Gemälde der Natur übertreffen selbst das größte menschliche Malergenie (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Gute Fotos sollten auch honoriert werden – nicht nur von der VG Wort (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Dem einen oder anderen ist sie schon bekannt, auch in den Kommentaren zu meinem ersten Bericht tauchte sie bereits auf. Also: Auch die VG Bildkunst verteilt Geld an Urheber, und zwar an die Urheber von Fotografien, sprich also an Fotografen. Nun ist ein Blog ohne Bilder wie Weihnachten ohne Christbaum – nämlich langweilig. Also bemüht sich jeder von uns Bloggern darum, seine Posts mit ansprechenden Bildern auch optisch interessant zu machen. Im Idealfall stammen die Bilder von dem Blogger selbst, das heißt, er hat die Fotos selbst geschossen.

Und ja, auch die VG Bildkunst hat mitbekommen, dass es Blogs gibt und dass Blogs für die Öffentlichkeit von Interesse sind. Bloggen gilt ja vielen als neue Form des Journalismus, vorausgesetzt, es handelt sich um gut gemachte Blogs. Letzteres interessiert aber die VG Bildkunst nicht. Wichtig: Wer auf seinem eigenen oder auf fremden Blogs eigene Fotos veröffentlicht, hat theoretisch denselben Anspruch auf Teilhabe an den zu verteilenden Geldern der VG Bildkunst wie ein Bildberichterstatter einer Zeitung oder ein selbstständiger Fotograf. Theoretisch! Dazu gleich mehr.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Abenteuer Steinerberg: Verschnaufpause für Frau und Hund beim strammen Anstieg zum Steinerberg (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Damit der fleißige Blogger auch mal verschnaufen kann, muss auch Geld reinkommen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Das Verfahren ist einfach

Wenn Du meinen Artikel über die komplizierte Verfahren bei der VG Wort gelesen hast, dann werden sich jetzt vielleicht Deine Nackenhaare aufstellen: Dich anmelden, Zählmarken herunterladen, diese in die Blogbeiträge integrieren, dann hoffen, dass die Beiträge die Mindestzahl an Aufrufen erreichen, ab der man erst auf die Zuteilung eines bescheidenen Honorars durch die VG Wort hoffen kann. Aber, das ist alles gar nicht notwendig. Bei der VG Bildkunst ist das alles viel einfacher.

Die VG Bildkunst braucht keine Zählmarken. Hier genügt es, wenn Du innerhalb der Meldefrist – wir erinnern uns, die gab es auch bei der VG Wort – angibst, dass Du im abgelaufenen Jahr soundsoviele Bilder auf Deinem Blog veröffentlicht hast. (Die Meldefrist läuft in der Regel bis zum 30. Juni des Folgejahres.) Hast Du auch Bilder auf anderen Websites publiziert (oder haben andere Deine Bilder publiziert), gibst Du in einem nächsten Schritt auch für diese Website(s) an, wie viele Bilder, deren Urheber Du bist, auf dieser Seite veröffentlicht wurden.

Und hier steht ein Bild mit dem Titel: Und plötzlich brennt der HImmel (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Viele, viele bunte Bilder, und schon klingelt es im Geldbeutel – theoretisch (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Um es noch einmal klar zu sagen: Du machst also für jede Website, auf der Bilder von Dir zu finden sind, einen eigenen Eintrag. Dieser könnte also so aussehen: Im Jahr 2016 befanden sich auf dem Blog www.wie-komme-ich-an-geld.de von mir als Fotografen 150 Bilder. Das alles wird natürlich in eine vorbereitete Maske eingegeben. Wichtig: Auf fremden Blogs musst Du natürlich als Urheber genannt sein, sprich im Bildnachweis oder im Impressum muss Dein Name als Urheber genannt sein. Achte also immer darauf, dass der Blogbetreiber Dich als Urheber Deiner Fotos auch ausdrücklich erwähnt.

Theoretisch! Und praktisch?

Und nun zu der Einschränkung, die ziemlich einschneidend ist: Als Nur-Blogger kannst Du keine Ansprüche bei der VG Bildkunst geltend machen. Du musst als Urheber von Bildern auch noch auf andere Weise anmeldungsberechtigt bei der VG Bildkunst sein. Oder aber Du kannst auf andere Art und Weise den Nachweis führen, dass Du Einkünfte aus künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit beziehst. Das geht zum Beispiel, wenn Du Mitglied in der Künstlersozialkasse bist.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Rhein, Rheinbrücken, frühmorgens, Siebengebirge, Frühaufstehertour, Skaterplaza, Kranhäuser

Warum das Siebengebirge? Weil das Urheberrecht ein Buch mit sieben Siegeln ist (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Bestenfalls bist Du schon als Urheber in der VG Bildkunst anerkannt, weil Du z.B. als Fotograf, der seine Bilder verkauft (Abbildungsrechte wäre richtiger), Dich hast registrieren lassen und zuteilungsberechtigt bist.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass Du oder ein Dritter ein Buch geschrieben hast/hat, in dem auch Bilder von Dir veröffentlicht sind, und Du als Urheber (der Fotos) genannt bist. Im Idealfall gibt es sogar eine Fotografenvereinbarung des Verlages mit Dir als Lieferant der Fotos.

Kannst Du also nachweisen, dass Du auch anderweitig mit Deinen Fotos an die Öffentlichkeit gehtst und damit Geld verdienst, dann kannst Du Dich bei der VG Bildkunst als Urheber registrieren lassen und erst dann steht Dir die Möglichkeit offen, Deine Fotos im Blog dort anzumelden.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Das Rot des Klatschmohns bestimmt das Bild auf dem folgenden Wegstück (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Aber die Fotos müssen von Dir selbst sein und nicht wie hier vom Bruder (Foto: Norbert Schneider)

Wie gehtst Du praktisch vor?

Zum praktischen Vorgehen in diesem Fall, vorausgesetzt Du hast Dich mittlerweile bei der VG Bildkunst als Urheber registriert. Du gehst auf die Website der VG Bildkunst (www.bildkunst.de). Dort wählst Du den Menüpunkt Service, dann Online-Meldungen, anschließend den Unterpunkt Online-Meldungen Urheber. Nach dem Einloggen mit Deinen Anmeldedaten (Urheber-Nr. und Passwort/Namen kannst Du, musst Du aber nicht eingeben) kannst Du dann in die entsprechenden Masken (Buchveröffentlichung unter »Meldekarte Buch« oder Digital «Meldezettel digitale Medien«) Deine Eingaben machen.

Bei Fotos in einem Buch gibst Du dessen ISBN-Nummer sowie Titel und Verlag an und die Anzahl der Fotos, die von Dir stammen. Nebenbei: die Zuwendung durch die VG Bildkunst ist meist lohnender als die von seiten der VG Wort, zumal sich hier der Aufwand, was die Anmeldung angeht, in Grenzen hält und es keine Mindestaufrufgrenze gibt, was Deine Blogbeiträge angeht.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Bunte Vielfalt: der Vogelhäuschenbaum beim Hotel Weißmühle (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Und wenn Du ganz, ganz viele Fotos hast, kannst Du Dir sicher bald auch ein Häuschen leisten (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Es kommt nur auf die Gesamtzahl der Bilder an!

Soweit ich weiß, ist hier auch nicht anzugeben, wie viele Bilder Du im vergangenen Jahr auf Deinem Blog gepostet hast, sondern Du gibst die Gesamtzahl der Bilder in Deinen Blogbeiträgen an. Am einfachsten ist es, wenn die Gesamtsumme der Bilder in Deiner Mediathek (WordPress) der Anzahl der Bilder in Deinen Beiträgen entspricht. Aber oft lädt man ja Bilder hoch, die man dann doch nicht in den Blogpost integriert. Dann musst Du die Fotos in den einzelnen Beiträgen zählen. Es heißt, dass die VG Bildkunst das kontrolliert (;-))!?

Was sowohl bei der VG Wort und bei der VG Bildkunst wichtig ist zu wissen: Es gibt bei beiden Verwertungsgesellschaften keine festen Sätze, sondern die Zuteilung der Gelder orientiert sich an der zur Verfügung stehenden finanziellen Gesamtmasse, die sich Jahr für Jahr ändert. Dazu muss man wissen, wo das zu verteilende Geld herkommt, aber das würde jetzt hier zu weit

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Das ist es, wonach mein Herz sich sehnt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Also noch mal: viele, viele bunte Bäume, äh … Bilder (Foto: Hans-Joachim Schneider)

führen. Diese Gesamtsumme wird nach bestimmten Schlüsseln auf alle angemeldeten Urheber verteilt. Das bedeutet, je mehr Urheber sich anmelden, desto kleiner wird der Anteil jedes Einzelnen. Heißt auch, indem ich den Beitrag hier veröffentliche, schneide ich mir ins eigene Fleisch.

Und natürlich bekommt nicht jeder Urheber den gleichen Anteil, sondern die Höhe des Anteils orientiert sich an der Art der Veröffentlichung und der Anzahl der Fotos.

Also noch einmal kurz zusammengefasst:

1) Du prüfst, ob Du anmeldungsberechtigt bist (Du bist Urheber von Fotos, aber nicht nur auf Deinem Blog! Oder Du weist sonstwie Deine künstlerische Tätigkeit nach)

2) Du meldest Dich schriftlich bei der VG Bildkunst an.

3) Du erhältst dort eine Urheber-Nr.

4) Mit dieser Urheber-Nr. meldest Du Dich online an und trägst innerhalb der Anmeldefrist die Angaben ein, in welchem Buch (Angabe der ISBN-Nr., Titel, Erscheinungsjahr, Anzahl der Fotos), bzw. auf welchem Blog (Name des Blogs, Anzahl der Gesamtfotos aller Beiträge) Fotos von dir veröffentlicht sind.

5) Du bekommst Geld von der VG Bildkunst!

Kleiner Unterschied zwischen Büchern und Blogbeiträgen: Fotos in Büchern kannst Du nur im Jahr nach dem Erscheinen des Buches anmelden bzw. wenn es eine Nachauflage gibt, dann auch wieder neu. Bei Blogs gibst Du jedes Jahr die Gesamtzahl der Fotos an, die sich in den Blogbeiträgen befinden. Alles klar? Im Zweifelsfall kannst Dich einfach telefonisch an die VG Bildkunst wenden, die geben gerne Auskunft.

Hier die Anschrift:

Anschrift VG Bild-Kunst

Geschäftsstelle in Bonn

Weberstraße 6153113 Bonn

Telefon: 0228 91534 0

Fax: 0228 91534 39

www.bildkunst.de

E-Mail für die Berufsgruppe II (das seid ihr Bloggerfotografen):

thies@bildkunst.de

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis: Wie Du Deine Texte bei der VG Wort anmeldest, um an deren Ausschüttungen teilzunehmen, erfährst Du hier.

10 Kommentare

  1. Hey Hans,

    wow. Ein sehr interessanter Artikel! Die Bilder sind gut getroffen und die Anleitung nachvollziehbar. Das Fotografieren hat sicher sehr viel Spaß gemacht! Nur weiter so und viel Erfolg für die Zukunft!

    Viele Grüße
    Michael

    • Hans Joachim Schneider sagt

      Lieber Michael, danke für Deinen netten Kommentar. Nun habe ich natürlich auch den Link zu Deiner/eurer Website angeklickt. Ist der Kommentar des ersten Mandanten wirklich so geschickt gewählt? Ist die Wahl des Steuerberaters eine moralische Frage? »Kann ich guten Gewissens empfehlen …!« hört sich für mich etwas merkwürdig an. Schöne Grüße, Joachim

  2. Britta sagt

    Ich fürchte, dieser Artikel ist schon wieder veraltet.
    Schade, ich hatte mich über die Anleitung gefreut und wollte jetzt nach vielen Jahren ungenutzer Mitgliedschaft in der VG Bildkunst endlich mal etwas einreichen.

    Die VG Bildkunst schreibt dazu:

    “Meldefristen
    Mit der Meldekarte DIGITALE MEDIEN können letztmalig für die Nachausschüttung 2015 die Nut-
    zungen Ihrer Werke in digitalen Medien im Jahr 2015 gemeldet werden.
    Meldeschluss für Papiermeldungen: 31. Januar 2017
    Meldeschluss für Online-Meldungen: 28. Februar”

    Im Servicebereich ist die Meldekarte “digitale Medien” leider auch nicht mehr zu finden.
    Man darf gespannt sein, wie es weitergeht:

    “Die Modernisierung dieser Verteilung wird derzeit erarbeitet. Sobald ein neues Verteilungsschema und entsprechende Meldeverfahren in Kraft gesetzt sind, werden Sie darüber informiert. Sie erhalten dann die Gelegenheit, auch das Nutzungsjahr 2016 nach diesen neuen Regelungen zu melden.”

    • Hans Joachim Schneider sagt

      Hallo Britta, danke für Deine Nachricht. Das ist glatt an mir vorbeigegangen. Obwohl ich langjähriges Mitglied bin, wurde ich nicht darüber informiert. Aber Du bist ja selbst auch Mitglied. Da muss ich mich jetzt mal schnellstens kundig machen und den Artikel entsprechend überarbeiten. Für welchen Bereich wolltest Du denn melden? Und hast Du die obigen Informationen direkt von der VG Bildkunst bekommen oder hast Du Dir die auch zusammen gesucht. Du kannst mir gerne auch an meine E-Mailadresse hajoschneider@mac.com schreiben, das ist vielleicht etwas einfacher als über die Kommentarfunktion hier im Blog. Nochmals danke für den Hinweis und viel Erfolg für Deinen Blog. Joachim

  3. Aha, spannend. Also, Bilder auf fotolia und co hochgeladen zu haben, genügt dabei schon?
    Interessant…
    Danke für die Tipps!

    • Ob das Hochladen genügt, da würde ich eher denken nein. Du musst ja einen Nachweis führen. Wie schon angedeutet: Mitgliedschaft in der KSK, eine Bestätigung Deines Steuerberaters oder irgendein relevanter Nachweis, dass Du mit Deinen Bilder an die Öffentlichkeit gehst und damit Geld verdienst. Schöne Grüße, Joachim

      • ok, also müsste man dort schon Bilder verkauft haben? wir diskutieren da gerade in einer Bloggergruppe darüber, ob es genug, nachzuweisen, dass man auf fotolia schon mal Bilder verkauft hat. Das war allerdings nichts, was meinen Steuerberater hätte interessieren können.

          • Das heißt? Was genau bedeutet dieser “offizielle Nachweis”? Genau darum gehts nämlich auch in der Debatte – was muss man da vorlegen können? Rechnungen in dem Sinne gibts bei fotolia & Co ja nicht.

Kommentar verfassen